Haben Sie auch eine Erin­ne­rung oder ein Foto aus 30 Jah­ren Brot­fa­brik ?

Hät­ten Sie Lust, uns mit Ihrer Erin­ne­rung oder einem Foto eine Freu­de zu machen, so wie es Jus­tin getan hat? Dann mai­len oder schi­cken sie uns doch ein­fach etwas zu! 

Jede Ein­sen­dung erhält ein klei­nes Dan­ke­schön von uns und natür­lich wer­den wir alles auf unse­rer Home­page www.brotfabrik-berlin.de ver­öf­fent­li­chen!

Wir sind gespannt!

Schrei­ben Sie uns:

Es war irgend­wann im Früh­jahr 1990. Nach­dem ich mit mei­nen Kame­ras und mei­nem Sta­tiv einen lan­gen Spazier­gang durch Mit­te unter­nom­men hat­te, war ich am spä­ten Nach­mit­tag in einer Knei­pe. Ich war müde, durs­tig, mei­ne Füße schmerz­ten und ich brauch­te einen Platz zum Sit­zen für eine Wei­le. In der Knei­pe saßen zwei Män­ner und tran­ken Bier am Ende des Rau­mes. Ich frag­te sie nach dem Ort und sie sag­ten, dass es eine Genos­sen­schaft sei und es dort Künst­ler­ate­liers gäbe. Ein ande­rer Mann kam mit einem gebra­te­nen Huhn in einem klei­nen Aluminium­foliensack her­ein und alle hör­ten sofort auf zu reden und ver­schlang blitz­schnell das gan­ze Huhn mit ihren Hän­den. Dies dau­er­te nur ein paar Augen­bli­cke und dann ver­schwan­den sie durch einen Vor­hang zu einem ande­ren Teil des Gebäu­des. Ich schau­te in den lee­ren Raum und ich moch­te die Sze­ne, also stell­te ich mei­ne Kame­ra auf und mach­te ein Foto von allem.
In mei­ner Stadt Otta­wa gibt es einen ande­ren Ort namens »Enri­ched Bread Artists«, eine Koope­ra­ti­ve von Künst­ler­ateliers mit einer Gale­rie und einer alten Brot­fa­brik. Es ist eine klei­ne Welt. …
Ist es nicht so? Das ist alles, wor­an ich mich erin­ne­re.

Foto & Text: Jus­tin Won­nacott, Otta­wa Cana­da

Es war im Früh­jahr 2000… April, Mai so um den Dreh. Ich wohn­te mit mei­ner Freun­din in der Prenz­lau­er Allee wei­ter unten und wir hat­ten gera­de unse­ren Sohn auf die Welt gebracht. Ich war erst seit knapp 2 Jah­ren in der Stadt und zog begie­rig jeden Input zu Ber­lin und sei­ner Ver­gan­gen­heit in mich auf. Und so kam es schnell, dass die Rei­he „Ber­lin Mati­nee“ – ich glau­be, so hiess es damals – auf mei­nen Radar fiel. Es wur­den immer am Sonn­tag ein alter, his­to­ri­scher Film von vor 1945 gezeigt, der in Ber­lin spiel­te, egal, ob Doku­men­ta­ti­on oder Spiel­film. Ich glau­be mich zu erin­nern, es gab bei­des.

 
Nun, zu der Zeit war unser Sohn 1 oder 2 Mona­te alt, schlief viel und wir waren manch­mal so müde, dass wir es ihm am liebs­ten gleich getan hät­ten. So kam es also dazu, dass ich mei­ne Freun­din frag­te, ob sie mit mir und unse­rem Sohn Lukas einen SW-Film anschau­en wol­le. Sie sag­te ja und so sind wir an einem Sonn­tag­vor­mit­tag mit dem klei­nen Säug­ling um den Bauch geschnallt zur Brot­fa­brik und haben uns zwei Tickets gekauft und ganz vor­ne Platz genom­men, den Klei­nen vor uns fest­ge­schnallt.
 
Lukas kann von dem Film lei­der nichts berich­ten, er hat den gesam­ten Film über geschla­fen. Ich kann mich aller­dings auch nicht mehr an den Film erin­nern, jedoch sehr gut dar­an, wie er mit geschlos­se­nen Augen von einem UFA-Klassiker in schwarz­wei­ßes Licht getaucht wur­de und dabei über selig schlum­mer­te….
 
Joa­chim Meis­ter, Ber­lin