»Ver­schal­te Ver­bin­dun­gen« – Lan­ge Nacht der enga­gier­ten Lyrik

8.12.22 | 19:30 Uhr | Brot­fa­brik­Büh­ne 🌈

»Es wird wie­der poli­tisch gedich­tet, aber unter neu­en Vor­zei­chen«, stell­te die Lyri­ke­rin und Her­aus­ge­be­rin Ulri­ke Almut San­dig im Nach­wort des Jahr­buchs der Lyrik aus dem Jahr 2017 fest. Dazu gehört, dass sich Lyriker*innen einer »Zeit sozia­ler und ethi­scher Neu­struk­tu­rie­rung« bewusst wer­den. Und sie maßen sich nicht mehr an, »es bes­ser zu wis­sen als ihre Leser*innenschaft«.

Zahl­rei­che poe­ti­sche wie poe­to­lo­gi­sche Ver­öf­fent­li­chun­gen der letz­ten fünf Jah­re bele­gen die­se Behaup­tung. Der zärt­li­che Blick auf den Kör­per und das Pri­va­te als Gegen­stand lyri­scher Beob­ach­tung sind poli­tisch gewor­den. Die Deu­tun­gen enga­gier­ter Lyrik haben sich ver­än­dert. Sie zei­gen sich heu­te als Wider­stand gegen Gelern­tes und als Weg zum Ver­ler­nen tra­di­tio­nel­ler Wert­maß­stä­be. Poe­ti­sches Schrei­ben for­dert das gewohn­te Den­ken her­aus und rückt inklu­si­ve sozia­le Nor­men in den Fokus.

Die­ses poetisch-politische Enga­ge­ment wol­len wir fei­ern und zugleich kri­tisch nach­fra­gen, wie Lyriker*innen selbst die­se Ent­wick­lun­gen wahr­neh­men. In einer Lan­gen Nacht der enga­gier­ten Lyrik prä­sen­tiert die Brot­fa­brik­Li­te­ra­tur viel­fäl­ti­ge Stim­men aktu­el­ler, deutsch­spra­chi­ger Lyrik­pro­duk­ti­on. Es lesen Caca Savic, Tim Hol­land, Rike Scheff­ler, Muri Dari­da, Swant­je Lich­ten­stein und Rapha­el Koran­da. Mode­riert von Jim Baker, Andrea Schmidt und Till­mann Seve­rin.

Tim Hol­land (*1987) stu­dier­te nach einer Aus­bil­dung zum Buch­händ­ler am Deut­schen Lite­ra­tur­in­sti­tut Leip­zig. Er ist Autor und Lite­ra­tur­ver­mitt­ler und seit 2017 Co-Verleger von hoch­roth Mün­chen. Nach »vom wuchern« (Gut­leut Ver­lag, 2016), erschien 2022 sein zwei­ter Gedicht­band »wir zau­dern, wir bren­nen« (Mat­thes & Seitz). Zuletzt gab er u. a. die SF-Anthologie »Kol­laps und Hope Porn – 13 Zukunfts­aus­sich­ten« (2022) im Maro Ver­lag her­aus.

Muri Dari­da (*1993) ist Autor*in, Journalist*in und Übersetzer*in, lebt gera­de in Buda­pest, meis­tens aber in Ber­lin. Jour­na­lis­ti­sche Publi­ka­tio­nen u. a. für ZEIT ONLINE, ze.tt, jetzt.de, ARD Kon­tras­te. Lite­ra­ri­sches für GYM, Para­bo­lis Vir­tua­lis, trans­co­diert und Schrei­ben gegen die Norm(en)?. Muri Dari­das Kurz­ge­schich­te »Der Land­kar­ten­arm« war auf der Short­list des Wortmeldungen-Literaturpreises.

Caca Savic wur­de 1977 in Öster­reich gebo­ren und lebt seit 2005 als Autorin in Ber­lin. Sie stu­dier­te Kunst- und Kul­tur­so­zio­lo­gie sowie Archi­tek­tur in Wien. 2020 erschien ihr Lyrik­de­büt »Teil­chen­land« im Ver­lags­haus Ber­lin. In ihrer Arbeit erforscht sie Schnitt­stel­len von Lite­ra­tur, Kör­per und Raum. Im Rah­men des Fes­ti­vals Archäo­lo­gie des Ver­lusts 2022 in Ber­lin ent­stand der Thea­ter­text »Spal­ten – Körper-Raum-Verformungen«. Sie ist Teil des Redak­ti­ons­kol­lek­tivs der Zeit­schrift »PS – Poli­tisch schrei­ben, Anmer­kun­gen zum Lite­ra­tur­be­trieb«.

Rike Scheff­ler (*1985) arbei­tet trans­dis­zi­pli­när in den Berei­chen Lyrik, Per­for­mance, Instal­la­ti­on und Musik. Für ihre Arbeit erhielt sie 2014 den Orphil Debüt­preis für poli­ti­sches und avant­gar­dis­ti­sches Schrei­ben sowie wei­te­re För­de­run­gen und Sti­pen­di­en. Ihre Gedich­te wur­den in meh­re­re Spra­chen über­setzt. Als Live-Performerin kre­iert sie mit Stim­me, Loo­p­ma­schi­ne, Syn­the­si­zer und Effekt­ge­rä­ten immer­si­ve Rea­li­tä­ten, die gän­gi­ge Wahr­neh­mun­gen in Fra­ge stel­len. Ihr neu­er Gedicht­band »Lava.Rituale« erscheint im Herbst bei kook­books.

Rapha­el Koran­da (*1995) wuchs queer zwi­schen Deutsch­land und Irland auf, schreibt Lyrik und Pro­sa auf Eng­lisch und über­setzt ins Deut­sche. Rapha­els Arbei­ten erfor­schen quee­re Ver­kör­pe­run­gen, sprach­li­che Struk­tu­ren und chao­ti­sche mensch­li­che Bezie­hun­gen. Sie sind digi­tal (Kabel­jau & Dorsch, Stadt­spra­chen Maga­zin) und gedruckt (Edit, four­te­en poems, Para­bo­lis Vir­tua­lis) erschie­nen. 2022 nahm Rapha­el an der Schreib­werk­statt »Ver­gan­gen­heit vor­her­sa­gen« mit Luna Ali und am Schrei­b­la­bor »Uner­kann­tes in mei­ne Spra­che über­set­zen« in Eisen­ach teil.

Swant­je Lich­ten­stein (*1970) ist Poe­tin, Künst­le­rin, Per­for­me­rin, Pro­fes­so­rin. Sie arbei­tet zwi­schen den Küns­ten und an deren Gren­zen, per­for­ma­tiv, tex­tu­ell, elektro-akustisch, klang­lich und theo­re­tisch. Ihre Grund­la­ge sind Spra­che, poe­ti­sche Klang­kunst und kon­zep­tu­el­le Tex­te aus einer trans­me­dia­len, femi­nis­ti­schen Per­spek­ti­ve. Sie über­setz­te Poe­sie und Theo­rie und lehrt seit 2007 als Pro­fes­so­rin für Text und Ästhe­ti­sche Prak­ti­ken an der Hoch­schu­le Düs­sel­dorf. Aktu­el­le Ver­öf­fent­li­chun­gen im Ver­lags­haus Ber­lin sind die Lyrik­bän­de »Am Ende der Weiß­heit / Ver­schal­te Ver­bin­dun­gen« (2021) und der Essay »Geschlecht« (2. Auf­la­ge, 2020).

Ein­tritt: 9,- / ermä­ßigt 7,- Euro

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Datum

Do 08. Dezember 2022

Uhrzeit

19:30

Preis

9 € / Erm. 7 €

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Ort

BÜHNE Brotfabrik
Kategorie
Brotfabrik Berlin

Veranstalter

Brotfabrik Berlin
Phone
+49 30 471 40 01
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