So 19.02.2017 (Sonntag)

// Neuer Salon // 19:30 // Gast: Elizabeta Lindner

Literatur in Weißensee

Literatur in Weißensee

Am 19. Februar 2017 startet wieder »Literatur in Weißensee« mir der ersten Lesung des Jahres! Alexander Graeff hat sich die Berliner Übersetzerin, Herausgeberin und Lyrikerin Elizabeta Lindner eingeladen und wird zusammen mit ihr Texte zum Thema »Mystik« lesen und natürlich auch darüber sprechen.

Elizabeta Lindner (*1971 in Skopje, Makedonien) studierte Germanistik an der Universität Skopje, Neuere Deutsche Literatur und Slawistik an der TU Dresden und an der Universität Regensburg. In ihrer Magisterarbeit untersuchte sie die kabbalistischen Elemente in Gustav Meyrinks Roman »Der Golem«. Seit 2006 lebt sie in Berlin als freie Literaturübersetzerin, Herausgeberin und Autorin. Sie ist Gründerin und Redakteurin des deutsch-makedonischen Literaturportals SlovoKult.de sowie Organisatorin zahlreicher Literatur- und Kunstprojekte in Berlin, Leipzig und Skopje. Seit mehr als zwei Jahrzehnten übersetzt sie deutschsprachige Lyrik und Prosa, u. a. von Paul Celan, Rainer Maria Rilke, Wilhelm Genazino, Thomas Bernhard, Judith Schalansky, Clemens J. Setz, Christian Kracht u.v.m., gibt diese heraus und schreibt Lyrik und Kurzprosa auf Deutsch.

Eintritt: 6,- / ermäßigt 3,- Euro

Fr 03.03.2017 (Freitag)

// Neuer Salon // 19:30

»Kleine Weltinventur« // Lyrische Streifzüge mit Kenah Cusanit, Carsten Zimmermann und Rainer Stolz

»Kleine Weltinventur« // Lyrische Streifzüge mit Kenah Cusanit, Carsten Zimmermann und Rainer Stolz

Wie sich verorten in dieser Welt? – eine Kernfrage (nicht nur) dieses Lyrik-Abends:
»Diese Gegenwart ist hausgemacht«, heißt es in einem der Gedichte von Kenah Cusanit aus ihrem neuen Band »Chronographe Chorologien I«, einer Art Zeitmaschine, worin eigensinnige Stimmen aus verschiedensten Vergangenheiten hörbar werden und in »Formen unregistrierter Poesie« ins Gespräch treten. Spaziergänge in Straßen und Ideen gleichermaßen sind die neuen Gedichte von Carsten Zimmermann, Wanderungen »am hellen rand«, wie sein neuer Gedichtband heißt, die in einer Schwebe zwischen An- und Abwesenheit pulsieren: »ich halte / meinen kopf in den frühherbstwind, das / ist denken«. Die neuen Gedichte von Rainer Stolz schließlich mischen einerseits Alltagswirklichkeiten auf und lassen andererseits Ahnungen aufflackern: eines noch nicht seienden Lebens, »wo ein stolpern ansteckt, wo die leiber / der begriffe bloßliegen«.

Kenah Cusanit (*1979) lebt in Berlin. Lyrikerin, Essayistin. Studium der Altorientalischen Philologie, Ethnologie und Afrikanistik. Mehrere Jahre als Journalistin. Veröffentlichung von Gedichten und Essays in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien. Verschiedene Ehrungen, zuletzt Bayerischer Kunstförderpreis für den Gedichtband »aus Papier« (hochroth, Berlin 2014). Anfang 2017 erschien im selben Verlag der zweite Gedichtband »Chronographe Chorologien I«.

Carsten Zimmermann (*1968) studierte Philosophie in Bonn und seit 1992 Berlin, wo er heute noch lebt. Er veröffentlichte bisher sechs Bücher, darunter zuletzt den Roman »Nichts geschieht« (edition offenes feld, Dortmund 2016) und den Gedichtband »am hellen rand« (Lyrikedition 2000, München 2016).

Rainer Stolz (*1966) lebt als Lyriker, Poesievermittler und Performer in Berlin. Herausgebertätigkeiten, Poesie-Spaziergänge, poetische Improvisation, Workshops und Veranstaltungsreihen, Zusammenspiele mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Sparten. Zuletzt: »Mitlesebuch 137« (Aphaia Verlag, München, Berlin 2016) und »Selbstporträt mit Chefkalender« (Horlemann Verlag, Berlin 2014).

Eintritt: 6,- / ermäßigt 4,- Euro

So 12.03.2017 (Sonntag)

// Neuer Salon // 19:30 // Gast: Kai Gutacker

Literatur in Weißensee

Literatur in Weißensee

Am 12. März 2017 folgt auf das Thema der letzten Ausgabe, Mystik, dieses Mal der Rausch. Einem Sinneszustand, dem sich Alexander Graeff und sein Gast Kai Gutacker intensiv zugewendet haben – literarisch versteht sich! Am Abend der März-Ausgabe von »Literatur in Weißensee« wird es also um mutige Prosa und Lyrik jenseits des Maßhaltens gehen.

Kai Gutacker (*1990) wuchs in Niddatal im Wetteraukreis auf. An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte er Deutsche Literatur, Kulturwissenschaft und Europäische Literaturen. 2008 bis 2010 war er Jahressieger beim lyrix-Wettbewerb. Es folgten verschiedene Veranstaltungen mit dem Deutschlandradio sowie Veröffentlichungen in den lyrix-Anthologien. 2014 nahm er an Juri Andruchowytschs Lyrikprojekt »Erfundene Dichter« teil und bereiste im Rahmen der daran geknüpften Lesereise die Ukraine. Er veröffentlichte in Zeitschriften wie Federwelt, 500 Gramm, dem ukrainischen Sho-Magazin und verschiedenen Anthologien. Seine erste Buchpublikation »Nacht auf die Handfläche« erschien 2016 im Verlag Das Wunderhorn.

Eintritt: 6,- / ermäßigt 3,- Euro

Mi 15.03.2017 (Mittwoch)

// Neuer Salon // 19:30

»Delyrium« // Lesereihe Ausgabe #2

»Delyrium« // Lesereihe Ausgabe #2

Für die breite Öffentlichkeit so ungeeignet, wie die breite Öffentlichkeit für sie, haben sich Eva Palm, Robert Klages und Stephan Groß in der Brotfabrik verschanzt. Von den Zuständen verbittert und zu körperlicher Gewalt nicht fähig, treiben die drei Autoren das Publikum mit ihrer Angriffsprosa ins Delyrium. Die Lesereihe findet ab jetzt jeden 3. Mittwoch im Monat statt.

Eva Palm (*1997 in Berlin) hält Biografien in der dritten Person für verfasste Fassade und findet, dass ein dreizeiliger Lebensabriss ohnehin nichts über Inhalte aussagt. Wenn sie als Wortfetischist ihre geistigen Blutergüsse aufs Papier fließen lässt, sind diese kurz bis kürzer, oft lyrisch, dicht gestrickt, lautmalerisch, spielerisch. Momentan Illustrationsdesign studierend, finanziert sie sich das Studium und die 8 bis 14 Grad kalte Wohnung als Deutschlehrer. Außerdem illustriert und schreibt sie für Magazine (Kater Demos, Astrange) und geht ab und an spazieren.

Robert Klages, 1984 im Kreis Höxter in Westfalen geboren, schreibt experimentelle Lyrik/Poesie, sozialkritische Kurzgeschichten und surrealistische Grotesken. Er hat Philosophie, Literatur- und Sprachwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Universidad de Córdoba und der Freien-Universität Berlin studiert und Abschlussarbeiten über Herta Müller, Henri Bergson und Novalis verfasst.
Er ist Mitveranstalter der Literatur-Serien »Der Lesende Krake«, der einzigen dreisprachigen Lesebühne Europas (jeden ersten Mittwoch im Monat in Neukölln), und »Sprechstunde: Nebensatz«, einer Lesereihe in Kreuzberg (unregelmäßig). Er war unter anderem als Orgelbauer, Filmvorführer und Maurer beschäftigt. Seit drei Jahren arbeitet er als freier Journalist und ist in der Politik-Redaktion des Tagesspiegels tätig. Zudem verfasst er den Tagesspiegel-Newsletter für Lichtenberg und ist als Kiezfotograf unterwegs.

Stephan Groß (*1979 in Höxter) lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Kunst und Mathematik an der Universität Bremen. Autor, Künstler, Filmemacher. 2010 bis 2012 Lesereisenmarathon mit dem Bremer Autor Jörn Birkholz, literarisch verewigt in Birkholz' Roman »Schachbretttage«. Beiträge bei Poetry Slams und Lesebühnen sowie für Print- und Onlinemagazine, im Geheimauftrag unter Pseudonym für die Junge Welt. Seine Filme liefen im ZKM Karlsruhe, im FACT Liverpool und beim internationalen Kurzfilmfestival Hamburg.

Eintritt: 5,- / ermäßigt 3,- Euro

Do 30.03.2017 (Donnerstag)

// Neuer Salon // 19:30

»Ein ganz normales Buch« // Lesung & Gespräch mit Clemens Schittko

»Ein ganz normales Buch« // Lesung & Gespräch mit Clemens Schittko

Clemens Schittko liefert mit seinem neuen Buch »Ein ganz normales Buch« (freiraum-verlag, Greifswald) den Gegenentwurf zur rosaroten Mainstream-Lyrik. Seine Texte sind ironisch, eindringlich und unmissverständlich. Er schreibt geradeheraus, treffsicher und unkonventionell. Er legt eine Bestandsaufnahme unserer Gesellschaft vor, setzt sich kritisch mit dem Gegebenen auseinander. Die Poesie ist sein Sprachrohr, um die politischen, wirtschaftlichen und lyrischen Missstände offenlegen zu können.

»Das ist ein Buch, das in der Lyrikszene im Augenblick seinesgleichen sucht.« (André Hatting, Deutschlandradio Kultur)
»Die Gratwanderung, die Clemens Schittko mit seinem literarischen Gestus stets hinlegt, ist die zwischen dem Gelächter und dem Entsetzen, die auftreten, wenn sich ein bestimmtes Bündel Sprach- oder Empfindungsmaterial unhintergehbar als fundamental Scheiße herausstellt (und zwar eben: dazu gebracht wird, sich selbst so zu entpuppen).« (Stefan Schmitzer, Fixpoetry.com)

Clemens Schittko wurde 1978 in Ost-Berlin geboren. Er ist ausgebildeter Gebäudereiniger und Verlagskaufmann und arbeitete als Fensterputzer, Lektor, Beifahrer, Kirchwart, Friedhofsgärtner und Barkeeper. 2010 erhielt er den »lauter niemand preis für politische lyrik«. Er veröffentlichte einige seiner Texte 2014 in der Anthologie »my degeneration. The very best of WHO IS WHO« (freiraum-verlag, Greifswald) und ist Mitherausgeber des Schwarzbuchs der Lyrik 2016.

Moderation: Erik Münnich (freiraum-verlag)

Eintritt: 5,- / ermäßigt 3,- Euro