26.08. – 01.09. um 18.00 Uhr:
Alle meine Stehaufmädchen - Von Frauen, die sich was trauen
Deutschland 2009 - 82 Minuten - Dokumentarfilm - R: Lothar Lambert - K: Albert Kittler – mit Marion Antoniadis, Anne-Marie Chatelier, Ilona Fath, Claudia Jakobshagen, Isolde Josipovici, Hilka Neuhof, Erika Rabau, Karin Reum-Lahrem, Sylvia Schmid, Irene Schweitzer, Evelyn Sommerhoff
Lamberts jüngste Arbeit portraitiert elf Berlinerinnen jenseits der vierzig. Dabei werden ihre Berichte über ihre Erlebnisse und Erfahrungen, ihr gegenwärtiges Leben und ihre Erwartungen an die Zukunft ineinander verschränkt. Miteinander bekannt sind die Frauen nur vereinzelt, der gemeinsame Nenner ist: Sie kommen aus dem Lebens- und Arbeitsumfeld von Lothar Lambert, sie haben manches durch- und mitgemacht und sich einiges getraut! (Siehe: www.lotharlambert.com)
26.08. – 28.08. / 30.08 – 01.09. um 19.30 Uhr:
Der Garten
(ZAHRADA)
Slowakei 1995 - 100 Minuten - 35mm - DF - R: Martin Sulík - K: Martin Strba mit Roman Luknár, Marián Labuda , Zuzana Sulajová
Jakob, ein etwa dreißigjähriger Müßiggänger, gerät durch Zufall auf das verfallene Gehöft seines verstorbenen Großvaters. Als er dessen Aufzeichnungen entdeckt, erschließt sich ihm ein geheimnisvoller Mikrokosmos. Merkwürdige Ereignisse und Begegnungen vermitteln ihm eine völlig neue Weltsicht.
Nur am 29.08. um 19.30 Uhr:
Psychoanalyse + Film #31
Orphée
Frankreich 1949 - 95 Minuten - OmU - R: Jean Cocteau - K: Nicolas Hayer - M: Georges Auric – mit Jean Marais, Marie Déa, Maria Casarès, François Périer, Juliette Gréco
„Cocteaus Version der Orpheus-Sage: Im Paris der Gegenwart beginnt die abenteuerliche Odyssee eines Dichters, der auf der Suche nach seiner geliebten Frau das Reich der Imagination und des Todes durchquert. Cocteau schließt inhaltlich und formal an die Motive seines ersten Films „Das Blut des Dichters“ (1931) an und zieht den Zuschauer in ein kunstvoll verschachteltes Labyrinth aus poetischen Zeichen, mythologischen Anspielungen und ironischen Seitenhieben auf die Situation des modernen Künstlers. Die verblüffenden cinematografischen Tricks, zum Teil aus dem spielerischen Umgang mit Technik und Zufall entstanden, haben ihren Charme über die Jahrzehnte bewahrt. Am 29. August wird Psychoanalytiker Dr. Bernd Heimerl nach der Vorführung seine Thesen zum Film darlegen und zur Diskussion stellen.
26.08. – 01.09. um 21.30 Uhr:
Until The Light Takes Us
USA 2008 - 93 Minuten - OmU - Dokumentarfilm - R: Aaron Aites & Audrey Ewell - mit Gylve „Fenriz“ Nagell, Varg „Count Grisnackh“ Vikernes, Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg, Kjetil „Frost“ Haraldstad, Olve „Abbath“ Eikemo, Harald „Demonaz“ Næ, Harmony Korine, Bjarne Melgaard, Kristoffer „Garm“ Rygg, Bård „Faust“ Eithuns
Mitte der 1990er Jahre erlangte die in Norwegen verwurzelte Black-Metal-Bewegung in Zusammenhang mit mehreren Brandstiftungen von Kirchen, Morden und Selbstmorden fragwürdige Berühmtheit. Dem Dokumentarfilm gelingen erstaunlich tiefe Einblicke in die von Heavy Metal, Neuheidentum und Satanismus geprägten Szene. „Faszinierend morbide!“ (Variety) Siehe auch: www.blackmetalmovie.com
02.09. – 08.09. um 18.00 Uhr:
Der Fall Gleiwitz
DDR 1961 - 70 Minuten - 35mm - R: Gerhard Klein - B: Wolfgang Kohlhaase - K: Jan Curík - M: Kurt Schwaen - mit Hannjo Hasse, Herwart Grosse, Hilmar Thate, Rolf Ludwig
Am 31.08.1939 fingierten die Nationalsozialisten einen Überfall auf den in Oberschlesien gelegenen „Sender Gleiwitz“; am nächsten Morgen begann der Zweite Weltkrieg. Gerhard Klein („Berlin – Ecke Schönhauser...“) rekonstruiert den Fall in nüchternen Szenen und kühnen Bildern – was von den Kulturverwaltern mit Misstrauen quittiert wurde. Sein Film wurde nur selten in den Kinos der DDR gezeigt.
02.09. – 08.09. um 19.30 Uhr:
Der Garten
(ZAHRADA)
Slowakei 1995 - 100 Minuten - 35mm - DF - R: Martin Sulík - K: Martin Strba mit Roman Luknár, Marián Labuda, Zuzana Sulajová
Jakob, ein etwa dreißigjähriger Müßiggänger, gerät durch Zufall auf das verfallene Gehöft seines verstorbenen Großvaters. Als er dessen Aufzeichnungen entdeckt, erschließt sich ihm ein geheimnisvoller Mikrokosmos. Merkwürdige Ereignisse und Begegnungen vermitteln ihm eine völlig neue Weltsicht.
02.09. – 08.09. um 21.30 Uhr:
Summer Wars
(SAMÂ WÔZU)
Japan 2009 - 114 Minuten - OmU - Animationsfilm - R: Mamoru Hosoda - M: Akihiko Matsumoto
„Ein junger Computerfreak gerät in den Verdacht, als Cyberspace-Terrorist Unheil in einer virtuellen Welt zu stiften, die so nahtlos mit der Realität verknüpft ist, dass auch diese in Mitleidenschaft gezogen wird. Fantasievoller Animationsfilm, der souverän zwischen Sozialdrama, Thriller und Endzeitdrama changiert und durch ebenso skurrile wie glaubwürdige Charaktere besticht. Sehenswert!“ (film-dienst)
09.09. um 19:30 Uhr im "Ehemaligen Stummfilmkino DELPHI"
Eröffnungsveranstaltung
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Das Cabinet des Dr. Caligari
Deutschland 1920 - 78 min - Regie: Robert Wiene - Buch: Hans Janowitz, Carl Mayer - Kamera: Willy Hameister - Ausstattung: Walter Reimann, Walter Röhrig, Hermann Warm - Darsteller: Conrad Veidt, Werner Krauss, Lil Dagover, Friedrich Feher, Rudolf Lettinger - Live-Vertonung durch Thierry Zaboitzeff!
Als Kopf des französischen Avantgarde-Ensembles „Art Zoyd“ hat Thierry Zaboitzeff bereits Stummfilme wie Faust, Nosferatu und Häxan vertont. Zur Eröffnung unseres Festivals konnten wir ihn verpflichten, eine Neuvertonung des Caligari in Angriff zu nehmen. Die völlig eigenständige Fusion aus Rock, keltischer Folklore, Jazz, Kammermusik und Industrial wirft einen neuen, unerwarteten Schlagschatten auf den deutschen Filmklassiker (siehe auch: www.zaboitzeff.org).
Mehr Informationen zur Ersten Somnambule unter www.somnambule.brotfabrik.com
10.09. um 19.00 Uhr & 13.09. um 19.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Wozzeck
SBZ 1947 - 98 min - Regie: Georg C. Klaren - 98 min - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Herbert Trantow - Ausstattung: Bruno Monden, Hermann Warm - Darsteller: Kurt Meisel, Helga Zülch, Max Eckhard, Paul Henckels, Arno Paulsen - Mit einer Einführung von Dr. Christiane Mückenberger!
In der kurzen Phase zwischen 1946 und 1952 wurden bei der DEFA einige Filme gedreht, die formal an die Zeit vor 1933 anzuknüpfen versuchten. Die Büchner-Adaption stellt den mutigsten dieser Versuche dar: Das Bühnenbild wurde bei Hermann Warm in Auftrag gegeben. Warm hatte sich neben Walter Reimann für die Ausstattung im Caligari verantwortlich gezeichnet und damit den Stil des Films wesentlich mitgeprägt.
Mehr Informationen zur Ersten Somnambule unter www.somnambule.brotfabrik.com
10.09. um 21.00 Uhr & 14.09. um 21.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Santa Sangre
Italien / Mexiko 1989 - 123 min - engl. OV - Regie: Alejandro Jodorowsky - Kamera: Daniele Nannuzzi - Musik: Simon Boswell - Darsteller: Axel Jodorowsky, Sabrina Dennison, Blanca Guerra, Guy Stockwell, Thelma Tixou - Mit einer Einführung von Claus Löser!
Jodorowsky hat mit Santa Sangre die klassische Caligari-Konstellation der unschuldigen Kreatur aufgegriffen, die von einer dämonischen Kraft für deren Allmachtsphantasien missbraucht wird. Was bei Wiene der somnambule Cesare war, ist 80 Jahre später nun das Zirkuskind Fenix, das gegen seinen Willen zum Mörder wird; seine eigene Mutter übernimmt die Funktion Caligaris als im Hintergrund bleibende Strippenzieherin.
Mehr Informationen zur Ersten Somnambule unter www.somnambule.brotfabrik.com
11.09. um 20.00 Uhr im "Ehemaligen Stummfilmkino DELPHI"
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Orlacs Hände
Österreich 1924 - 92 min - Regie: Robert Wiene - Buch: Ludwig Nerz, nach dem Roman "Les Mains d'Orlac" von Maurice Renard - Kamera: Günther Krampf, Hans Androschin - Darsteller: Conradt Veidt, Alexandra Sorina, Fritz Kortner, Carmen Cartellieri, Fritz Strassny, Paul Askonas - Live-Vertonung durch Conny Bauer!
Dieser weithin vergessene Nachfolgefilm des Caligari entwirft das später beliebte Horrorfilm-Sujet eines „autonomem Teilobjekts“ (Žižek): Der begnadete Pianist Orlac verliert bei einem Eisenbahn-Unglück beide Hände. Nach der erfolgreichen Transplantation der Hände eines zum Tode verurteilten Mörders suchen ihn wahnhafte Visionen heim. Seine Hände entwickeln ein Eigenleben, er scheint selbst zum Mörder zu werden.
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12.09. um 19.00 Uhr & 13.09. um 21.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Anita - Tänze des Lasters
BRD 1988 - 89 min - Regie: Rosa von Praunheim - Kamera: Elfi Mikesch - Musik: Konrad Elfers, Rainer Ruppert, Alan Marks, Wilhelm Dieter Siebert, Ed Lieber - Darsteller: Lotti Huber, Ina Blum, Mikael Honesseau, Rosa von Praunheim
Eine Rentnerin identifiziert sich mehr und mehr mit der legendären Diva und Nackttänzerin Anita Berger (1899 – 1928) und wird in die Psychiatrie eingewiesen. In ihren Träumen erwachen die wilden 1920er Jahre zu neuem Leben: bunt, grell, verrucht. Ringsum bleibt die Wirklichkeit jedoch trist und grau. Lotti Huber in ihrer besten Rolle!
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12.09. um 21.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Mad Love - The Hands of Orlac
USA 1935 - 70 min - OV - Regie: Karl Freund, nach dem Roman "Les Mains d'Orlac" von Maurice Renard - Kamera: Chester A. Lyons, Gregg Toland - Musik: Dimitri Tiomkin - Darsteller: Peter Lorre, Frances Drake, Colin Clive, Ted Healy
Low-Budget-Tonfilm-Hollywood-Remake von Orlacs Hände, diesmal mit Peter Lorre als verzweifeltem Ex-Pianisten, inszeniert vom deutschen Kameramann Karl Freund (u.a. Metropolis und Der letzte Mann), der 1929 nach Hollywood ging. Berühmt wurde der Film auch durch Malcolm Lowrys Roman „Unter dem Vulkan“ (verfilmt von John Huston). Mad Love blieb Karl Freunds letzter Film als Regisseur.
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4.09. um 19.00 Uhr / 15.09. um 21.00 Uhr / 17.09. um 21.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Die letzte Rache
BRD 1982 - 85 min - Regie: Rainer Kirberg - Kamera: Hans-Peter Böffgen - Musik: Der Plan - Darsteller: Erwin Leder, Gerhard Kittler, Paul Adler, Anke Giesecke, Volker Niederfahrenhorst, Josef Ostendorf, Frank Fenstermacher, Andreas Dorau
„Der Plan“ war in den 1980er Jahren eine der wichtigsten Avantgarde-Bands, am ehesten noch mit „The Residents“ zu vergleichen. In Rainer Kirberg fanden sie einen kongenialen Partner, um endlich auch auf dem Gebiet des Films aktiv zu werden. Die letzte Rache entfaltet einen umfassenden Caligari-Kosmos und ist eine liebevolle Hommage an die Stummfilmzeit, die zugleich die Postmoderne in sich trägt.
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15.09. um 19.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
The Cabinet of Caligari
USA 1962 - 105 min - OV - Regie: Roger Kay - Buch: Robert Bloch - Kamera: John L. Russell - Musik: Gerald Fried - Darsteller: Glynis Johns, Dan O'Herlihy, Richard Davalos, Lawrence Dobkin
Nach dem Sensationserfolg von Hitchcocks Psycho (1960), der auf einem Roman Robert Blochs basierte, erhielt der Autor weitere Aufträge aus Hollywood. In The Cabinet of Caligari schickte er noch einmal eine junge Frau in ein unheimliches Haus, in dem sich Normalität und Wahn umkehren. Psychedelisch angehauchte und sehr freie Adaption des deutschen Stummfilmklassikers.
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16.09. um 21.30 Uhr im "Ehemaligen Stummfilmkino DELPHI"
17.09. um 19.00 Uhr & 18.09. um 21.00 Uhr im BrotfabrikKino
Deutschlandpremiere!
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Im Schatten der Made
Deutschland 2010 - 74 min - Regie: John Bock - Kamera: René Gorski - Musik: Richard Siedhoff - mit Friederike Kempter, Adrian Lohmüller, Matti Isan Blind, John Bock, Heiner Franzen, Linnart Schneider - In Anwesenheit von John Bock!
Der interdisziplinär arbeitende Künstler John Bock hat mit Im Schatten der Made einen neoexpressionistischen Stummfilm geschaffen, der mit den Klischees des Genres spielt, dabei aber stets irritierende zeitgenössische Akzente zu setzen weiß. Erzählt wird die Erschaffung eines künstlichen Menschen, der sich in eine Frau verliebt und für seine irdischen Sehnsüchte keine Perspektive zu haben scheint.
Mehr Informationen zur Ersten Somnambule unter www.somnambule.brotfabrik.com
18.09. um 19.00 Uhr im BrotfabrikKino
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Caligari und der Schlafwandler
Venezuela 2008 - 30 min - Regie: Javier Téllez
Der venezolanische, in New York lebende Künstler Javier Téllez zeigt in Caligari und der Schlafwandler die Ebene der pathologischen Störungen, die erstmals im Expressionismus Eingang in die Kunst fand. Téllez, selbst Sohn zweier Psychiater, hat dabei mit psychisch Kranken gearbeitet. Er stellt die uns geläufige Form von Normalität und Pathologie infrage und verfolgt in seinen Filmen die Strategie, hierarchische Ordnungen zwischen Ärzten und Patienten umzudrehen. In Anwesenheit von Javier Téllez!
Mehr Informationen zur Ersten Somnambule unter www.somnambule.brotfabrik.com
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9.09. um 20.00 Uhr im "Ehemaligen Stummfilmkino DELPHI"
Abschlussveranstaltung
Erste Somnambule – Das Caligari-Festival
Das Cabinet des Dr. Caligari
Deutschland 1920 – 78 min – Regie: Robert Wiene – Live-Vertonung durch Mars Brennen & Kerry Klonk (Voltron)
Mars Brennen und Kerry Klonk sind die Gitarristen und musikalischen Köpfe der Berliner Doomcore-Institution „Voltron“. Schwere, tiefer gestimmte Gitarren kreieren rohe, flirrende und psychedelische Klänge mit Anleihen aus Stoner, Metal und Sludge. Der Wahnsinn des Dr. Caligari findet ebenso seine musikalische Entsprechung wie die stille Verzweiflung des Somnambulen (siehe auch: www.voltron-is-victory.de).
Mehr Informationen zur Ersten Somnambule unter www.somnambule.brotfabrik.com
20.09. – 22.09. um 19.30 Uhr:
Die Taube auf dem Dach
DDR 1973 - 82 Minuten - Regie: Iris Gusner - K: Roland Gräf - M: Gerhard Rosenfeld – mit Heidemarie Wenzel, Günter Naumann, Jürgen Klauß, Lotte Loebinger, Christian Steyer, Herbert Köfer, Monika Lennartz, Christa Löser, Heinz Scholz
Als Absolventin der Moskauer Filmhochschule inszenierte Iris Gusner 1972 in der DDR ihren ersten Spielfilm. Die kulturpolitische Stimmung schien nach dem Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker tolerant genug, um einen ungewöhnlichen Stoff um eine junge, unangepasste Frau ungewöhnlich zu inszenieren. Doch Gusners Debüt wurde verboten...
20.09. – 22.09. um 21.00 Uhr:
The Messenger
USA 2009 - 113 Minuten - 35mm - OV - R: Oren Moverman - K: Bobby Bukowski - M: Nathan Larson – mit Ben Foster, Woody Harrelson, Samantha Morton, Jena Malone, Steve Buscemi, Eamonn Walker
Die letzten Monate seines Wehrdienstes muss ein junger Soldat an der Seite eines zynischen Offiziers damit verbringen, Todesbotschaften aus Irak an die Familienangehörigen zu überbringen. „Schmerzhaft intensive Auseinandersetzung mit dem Krieg sowie überzeugendes Psychogramm zweier Soldaten, die auch jenseits des Krisengebiets nicht zur friedlichen Normalität zurückfinden.“ (film-dienst) „Herausragend!“ (TIP)
23.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
Les palmes de M. Schutz - Das Labor der Marie Curie
Frankreich 1996 - 106 Minuten - 35mm - OmU
Ab 11. Klasse
R: Claude Pinoteau - K: Pierre Lhomme - M: Vladimir Cosma – mit Charles Berling, Isabelle Huppert, Philippe Noiret, Christian Charmetant, Philippe Morier-Genoud
Paris im Februar 1894. Der Direktor des Instituts für Physik und Chemie, Monsieur Rodolphe Schutz, hat nur ein Ziel: die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in Frankreich zu erringen. Dazu verpflichtet er seine beiden Mitarbeiter Pierre Curie und Gustave Bémont, mit der hochbegabten polnischen Studentin Marie Sklodowska
zusammenzuarbeiten. Doch Marie hat nicht nur den wissenschaftlichen Fortschritt
im Blick: Sie verwandelt das Labor in eine Küche, stellt Wodka und Schwarzpulver
her und bringt sich und ihre Kollegen damit mehr als einmal in Schwierigkeiten. Als Gustave das Institut im Konflikt mit der neuen Mitarbeiterin verlässt, setzen Marie und Pierre ihre Arbeit zu zweit fort. Dabei kommen sie sich näher und machen eine Bahn brechende Entdeckung … Die französischen Stars Isabelle Huppert, Charles Berling und Philippe Noiret brillieren mit witzigen Wortgefechten in dieser Verfilmung
des beliebten Theaterstücks „Les palmes de M. Schutz“. Eine Satire über Liebe, Rivalität und Fortschrittsdrang in der Wissenschaft.
24.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
Ma vie en rose - Mein Leben in Rosarot
Frankreich / Belgien / Großbritannien 1997 - 89 Minuten - 35mm - OmU
5. bis 13. Klasse
R: Alain Berliner - K: Yves Capé - M: Dominique Dalcan – mit Georges du Fresne, Michèle Laroque, Jean-Philippe Écoffey, Hélène Vincent, Julien Rivière
Der siebenjährige Ludovic lebt in einer bunten Traumwelt. Er spielt gern mit Puppen und ist davon überzeugt, ein Mädchen zu sein. Doch was für ihn ganz natürlich ist, können die anderen nicht verstehen. Als er sich bei einer Gartenparty seiner Eltern als Mädchen verkleidet und allen erzählt, dass er seinen Freund Jérôme heiraten möchte, kommt es zum Eklat. Ludovic darf nicht mehr mit Jérôme spielen und
muss schließlich sogar die Schule wechseln. Aber nicht nur die Nachbarn sind empört, auch Ludovics Eltern wissen nicht, was sie tun sollen. Wie können sie Ludovic beibringen, sich wie ein ‚normaler‘ Junge zu verhalten? Der preisgekrönte Film erzählt in phantasievollen, knallbunten Bildern, wie es ist anders zu sein.
25.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
À bout de souffle - Außer Atem
Frankreich 1959 - 88‘ - OmU
Ab 11. Klasse
R: Jean-Luc Godard - B: François Truffaut - K : Raoul Coutard - M: Martial Solal - mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Van Doude, Liliane David, Claude Mansart
Nach diesem Film werde das Kino nie mehr so sein wie zuvor – das soll François Truffaut zur Premiere von ‚Außer Atem’ gesagt haben. In den Straßen von Paris gedreht, mit jungen Darstellern, die sich frei vor der Kamera bewegen, und einem schnellen Rhythmus brachte dieser Film wie kein anderer das Lebensgefühl der 1960er Jahre zum Ausdruck. Auf dem Weg nach Paris gerät der Autodieb Michel Poiccard mit einer gestohlenen Luxuslimousine in eine Geschwindigkeitskontrolle. Er erschießt einen Polizisten und versteckt sich bei der jungen Amerikanerin Patricia, die in Paris Zeitungen verkauft und sich das Ziel gesetzt hat, Journalistin zu werden. Während Michel versucht, Geld für die gemeinsame Flucht aufzutreiben, gerät Patricia ins Visier der Polizei und muss sich zwischen ihren Gefühlen und ihrer Karriere entscheiden. Mit diesem billig gedrehten Film revolutionierte Jean-Luc Godard die Filmsprache und stellt die Regeln des Film noir auf den Kopf. Der glücklose kleinkriminelle Michel ist nur eine Parodie des coolen Hollywood-Helden. Und Patricia, die nach Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit strebt, ähnelt so gar nicht der klassischen Gangsterbraut. In ihrer Suche nach Glück und Freiheit wurden die beiden zu Ikonen der Jugendkultur, die Darsteller Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo zu Stars der Nouvelle Vague.
26.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
La première étoile - Triff die Elisabeths!
Frankreich 2008 - 90 Minuten - 35mm - OmU - 5. bis 13. Klasse - R: Lucien Jean-Baptiste - K: Myriam Vinocour - M: Erwann Kermorvant – mit Lucien Jean-Baptiste, Anne Consigny, Firmine Richard, Jimmy Woha-Woha, Loreyna Colombo, Ludovic François, Bernadette Lafont
„Papa, warum gehen wir eigentlich nie Skifahren?“, will die zehnjährige Manon von ihrem Vater Jean-Gabriel wissen. Aber Freunde und Nachbarn finden: Eine schwarze Familie fährt nicht in den Schnee! Und woher das Geld nehmen, da Jean-Gabriel doch arbeitslos ist? Als er Manon den Urlaub trotzdem verspricht, sind nicht alle aus der Familie begeistert: Zwar träumt der fünfjährige Ludovic davon, Skifahren zu lernen. Der ältere Bruder Yann hat dagegen keine Lust zu tun, was alle machen. Und Mutter Suzy hat die Geldsorgen satt und weigert sich mitzufahren. Wer aber soll das Essen kochen und den Abwasch machen, wenn Suzy nicht mitkommt? – Oma muss mitfahren! Doch die lässt sich nicht so einfach vor den Karren spannen … Eine verrückte Komödie, die auf unbeschwerte Weise mit Vorurteilen spielt und eines zeigt: Wer will, kann Berge versetzen.
27.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
L’enfant qui voulait être un ours - Der Junge, der ein Bär sein wollte
Dänemark / Frankreich 2002 - 75 Minuten - 35mm - OmU - Animationsfilm - R: Jannik Hastrup
1. bis 6. Klasse
Auf der Flucht vor Wölfen verliert eine Eisbärenmutter ihr Kleines. Um sie zu trösten, stiehlt ihr Mann für sie ein Menschenkind. Jahre vergehen. Der Junge wächst unter den Eisbären auf, bis sein Vater ihn wieder findet und zurück nach Hause bringt. Doch dort wird er nicht glücklich. Er fühlt sich fremd unter den Menschen und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Eisbär zu sein… Poetische Verfilmung eines Eskimomärchens, die mit lichten Aquarellzeichnungen und bezaubernden Harfenklängen ins ewige Eis entführt. Eine Geschichte vom Aufwachsen, von der Beziehung zwischen Mensch und Natur und der Suche nach sich selbst.
28.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
Welcome
Frankreich 2009 - 115 Minuten - 35mm - OmU
Ab 8. Klasse
R: Philippe Lioret - K: Laurent Dailland - M: Nicola Piovani – mit Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana, Derya Ayverdi, Thierry Godard, Selim Akgül, Firat Celik
Seit über drei Monaten ist der 17jährige Kurde Bilal schon auf der Flucht. Er hat sich zu Fuß bis nach Europa durchgeschlagen. Dort hofft er seine Freundin Mîna wiederzusehen, die mit ihrer Familie nach England emigriert ist. Außerdem träumt er von einer Fußballkarriere in Europa. Doch an der Nordküste Frankreichs kommt er nicht weiter. Kurz entschlossen sucht Bilal das örtliche Hallenbad auf, um so lange
zu trainieren, bis er den Ärmelkanal schwimmend durchqueren kann. Dort trifft er auf den Schwimmlehrer Simon, der in Scheidung lebt, seine Frau Marion aber immer noch liebt. Um sie zu beeindrucken, beschließt Simon, alles zu riskieren und Bilal zu helfen. Dadurch macht er sich strafbar … Ein bewegendes Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft, das von der Ausgrenzung und dem Überlebenskampf illegaler Einwanderer in Europa erzählt. Der vielfach preisgekrönte Film wurde im französischen Parlament vorgeführt und provozierte eine landesweite Debatte.
29.09. um 16.00 Uhr:
Cinéfête 2010
Quand tu descendras du ciel - Vom Himmel hoch
Frankreich / Belgien 2003 - 100 Minuten - 35mm - OmU
Ab 9. Klasse
R: Eric Guirado - K: Thierry Godefroy - M: Christian Freyermuth, Sylvain Freyermuth, Philippe Poirier - mit Benoît Giros, Serge Riaboukine, Jean-François Gallotte, Ludmila Ruoso, Arthur Semay
Jérôme verlässt kurz vor Weihnachten den hochverschuldeten Bauernhof seiner Eltern, um in der Großstadt Arbeit zu suchen. Er freundet sich mit dem stolzen und exzentrischen Stadtstreicher ‚La Chignole’ an, der den ganzen Tag vor einem Fernsehgeschäft sitzt und sich ‚Stummfilme’ ansieht. Bald findet Jérôme auch eine Arbeit, die ihm Spaß macht: Er schmückt Weihnachtsbäume in der Stadt. Doch dann kommt eine Anweisung von oben – Bettler werden nicht mehr vor den weihnachtlichen Schaufenstern geduldet. Nun müssen Jérôme und sein Kollege Obdachlose einsammeln und sie gegen ihren Willen irgendwo auf freiem Feld aussetzen. Als sich Jérôme auch noch in die junge Journalistin Marthe verliebt, die von den skandalösen Praktiken der Stadtverwaltung Wind bekommen hat, gerät er zwischen alle Fronten: Wie soll er zwischen Arbeit, Freundschaft und Liebe entscheiden? ‚Vom Himmel hoch’ verbindet den kritischen Blick auf die Gesellschaft mit Witz, Poesie und Lebensfreude.
23.09. / 24.09. / 27.09. – 29.09. um 18.00 Uhr:
Premiere
Water Makes Money
Deutschland / Frankreich 2010 - 82 Minuten - Dokumentarfilm - R/B/K: Leslie Franke und Herdolor Lorenz - M: Konstantin Wecker - In Zusammenarbeit mit Jean Luc Touly, Marc Laimé, Christiane Hansen, Markus Henn und AQUATTAC
„Vor 10 - 15 Jahren erhob sich eine Welle der Privatisierung unserer Wasserversorgung und wälzt sich seither durch die ganze Welt. Die nachhaltigen Folgen - u.a. von sauberem Wasser abgeschnittene Armenviertel und trockene Wasserhähne in London, der Metropole des Finanzkapitals - sind mittlerweile weithin bekannt. Mit einer auf Generationen angelegten Vorsorge fürs örtliche Grundwasser hat das alles gar nichts mehr zu tun. Unser Film wird Mut machen: Wasser in Bürgerhand ist möglich!“ (Leslie Franke und Herdolor Lorenz)
Nur am 26.09. um 19.00 Uhr:
Psychoanalyse + Film #32
Die Verdammten
(LA CADUTA DEGLI DIE)
Italien / BRD 1968 - 154 Minuten - DF - R: Luchino Visconti - K: Armando Nannuzzi, Pasquale de Santis - M: Maurice Jarre - mit Helmut Berger, Dirk Bogarde, Ingrid Thulin, Helmut Griem, Reinhard Kolldehoff, Charlotte Rampling
„Der Verfall einer deutschen Industriellenfamilie, die sich durch die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten sanieren will, damit ihren Abstieg jedoch beschleunigt. Viscontis erster Teil seiner ‚Deutschen Trilogie’ ist der Versuch, im Gewand eines opernhaften Melodrams Verbindungen zwischen moralischer Dekadenz, sexueller Neurose, schöngeistiger Todessehnsucht, narzisstischer Selbstbezogenheit und politischem Opportunismus aufzuzeigen.“ (Lexikon des internationalen Films) Im Anschluss an die Vorführung wird die Religions- und Kulturwissenschaftlerin Irene Berkel ihre Thesen zu Viscontis Film zur Diskussion stellen.
24.09. & 27.09. – 29.09. um 19.30 Uhr:
Die Taube auf dem Dach
DDR 1973 - 82 Minuten - Regie: Iris Gusner - K: Roland Gräf - M: Gerhard Rosenfeld – mit Heidemarie Wenzel, Günter Naumann, Jürgen Klauß, Lotte Loebinger, Christian Steyer, Herbert Köfer, Monika Lennartz, Christa Löser, Heinz Scholz
Als Absolventin der Moskauer Filmhochschule inszenierte Iris Gusner 1972 in der DDR ihren ersten Spielfilm. Die kulturpolitische Stimmung schien nach dem Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker tolerant genug, um einen ungewöhnlichen Stoff um eine junge, unangepasste Frau ungewöhnlich zu inszenieren. Doch Gusners Debüt wurde verboten...
24.09. & 27.09. – 29.09. um 21.00 Uhr:
The Messenger
USA 2009 - 113 Minuten - 35mm - OV - R: Oren Moverman - K: Bobby Bukowski - M: Nathan Larson – mit Ben Foster, Woody Harrelson, Samantha Morton, Jena Malone, Steve Buscemi, Eamonn Walker
Die letzten Monate seines Wehrdienstes muss ein junger Soldat an der Seite eines zynischen Offiziers damit verbringen, Todesbotschaften aus Irak an die Familienangehörigen zu überbringen. „Schmerzhaft intensive Auseinandersetzung mit dem Krieg sowie überzeugendes Psychogramm zweier Soldaten, die auch jenseits des Krisengebiets nicht zur friedlichen Normalität zurückfinden.“ (film-dienst) „Herausragend!“ (TIP)