2 Sonnen
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Ein interdisziplinäres Tandem-Kulturprojekt für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung
„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, Kunst macht sichtbar“ (Paul Klee)
Die Funktionalisierung des Menschen und medial produzierte Schönheitsbilder prägen zunehmend unsere gesellschaftlichen Normen und Verhältnisse. Diejenigen, die nicht in dieses Bild passen, werden ausgegrenzt oder an die Peripherie der Aufmerksamkeit gedrängt. Demgegenüber stehen die Entwürfe von Vielfalt und Inklusion als ein Konzept des menschlichen Zusammenlebens, das Teilhabe am Leben in allen gesellschaftlichen Bereichen als ein Menschenrecht etabliert.
Die Brotfabrik initiiert, organisiert und veranstaltet das von Aktion Mensch geförderte Inklusionsprojekt „Zwei Sonnen“. Die Teilnehmer des Projekts sind Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung, die miteinander künstlerisch arbeiten. Da Kunst keine Behinderung kennt, dienen verschiedene künstlerische Tätigkeiten und Ausdrucksformen dazu, die Gefühlswelten von Menschen mit und ohne Behinderung aufzuspüren, zu hinterfragen und darzustellen. Durch die Schaffung von Patenschaften, sogenannten Tandems, werden individuelle Teams geschaffen, die die Grenzen zwischen den zwei Welten im Kleinen überwinden und gängige Vorstellungen von Normalität und Differenz aufheben sollen. „Zwei Sonnen“ stellt einzig den beteiligten Menschen in den Mittelpunkt: sein Für und Wider, seine Individualität und seine Eigenart – also seine individuelle Persönlichkeit. Künstlerische Mittel, behutsame Interviews und gemeinsames künstlerisches Auseinandersetzen über einen relativ langen Projektzeitraum fördern die Erfassung und den Ausdruck der Individualität. Die Tandems werden zwischen je einem Kind/Jugendlichen mit Behinderung (der Stephanus-Stiftung) und einem Kind/ Jugendlichen der umliegenden Grund- und Oberschulen gebildet (Grundschule am Weißensee). Künstlerische Vorgaben werden nicht gemacht, die Angebote beruhen ganz auf der Inspiration und den Ideen der Tandems bzw. der einzelnen Teilnehmer. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet durch das Institut für Rehabilitationswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin. Zwischenergebnisse werden in Ausstellungen und Diskussionsforen der Öffentlichkeit vorgestellt. Derzeit befinden wir uns in der Recherche – und Gesprächsphase mit den Kooperationspartnern, sowie in der Erstellung der konkreten Interviews mit den Teilnehmern. Die Sichtung von Fachliteratur in einfacher Sprache/Symbolsystemen und ethischer Diskurse in der Behindertenpädagogik unterstützt dabei die Vorbereitung. Zum Projektende 2013 wird eine filmische Dokumentation fertiggestellt, die einen Einblick in den gemeinsamen Prozess der künstlerischen Kommunikation verdeutlicht und vor allem den Gedanken, Gefühlen und Hintergründen der Protagonisten authentischen Ausdruck verleiht und den Betrachter anregen wird, über die zwei Welten neu zu denken. Der Film zu „Zwei Sonnen“ soll besonders auch in Schulen und Bildungseinrichtungen gezeigt werden, um andere nachhaltig zu inspirieren, kurz gesagt: damit das Projekt im doppelten Sinne Schule macht.
Petra Schröck, BrotfabrikGalerie
Gefördert durch Aktion Mensch
Zwei Sonnen-Kooperationspartner: Stephanus-Stiftung, Stephanus-Schule, Humboldt-Universität Berlin, Jugendamt Pankow, Diakonie Berlin Brandenburg, Grundschule am Weißensee und andere
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