KUISEB Namibia

28.05.2016 — 03.07.2016

Xenia Ivanoff-Erb, Fotografie
Imke Rust, Malerei

Die BrotfabrikGalerie präsentiert in Kooperation mit der Deutsch-Namibischen Gesellschaft zwei Künstlerinnen aus Namibia, die sich in unterschiedlicher künstlerischer Weise mit der Wüste Namib und dem Trockenfluss Kuiseb auseinandersetzen.

Die Designerin und Fotografin Xenia Ivanoff-Erb wurde in Südafrika als Tochter einer Deutschen und eines russischen Don-Kosaken, Victor Ivanoff (Künstler, Karikaturist und Sänger), geboren und wuchs in einem von der Kunst geprägten Umfeld auf. Seit 2012 in Swakopmund/Namibia, hinterlässt sie im künstlerischen Leben des Landes zunehmend ihre eigenen, vor allem fotografischen Spuren, ob in Zeitschriften oder Ausstellungen. Als ihr letzter Erfolg gilt die Foto-Schau „Namibia Inspirations“, mit der sie zum Jahreswechsel 2015 / 2016 ein breites Publikum begeisterte.
„KUISEB Namibia“ ist ihre erste Werkschau in Deutschland. Sie gab der Ausstellung ihren Namen und schreibt dazu: „Etwas versteckt, verborgen in unserem ‘Hinterhof‘, dem großen Sandkasten Namib, liegt ein grüner, baumumsäumter Streifen, der Trockenfluss Kuiseb. Eine faszinierende Vielfalt an großartigen Landschaftsformen und eine besondere Tierwelt bieten dem interessierten Naturfreund besondere Anregung. Doch kommen wir auch beinahe bei jedem unserer Sonntags-Ausflüge in Berührung mit den Nachfahren eines tausende Jahre alten Nomaden-Stammes. Kaum eine Stunde im Auto von Swakopmund entfernt führen heute einige hundert Leute vom alten Volk der Topnaar-Nama ein relativ einfaches, bescheiden-glückliches Leben.“

Die namibische Künstlerin Imke Rust wuchs in Swakopmund an der Küste Namibias auf und verbrachte dort einen großen Teil ihres Lebens. Dadurch entwickelte sie eine besondere Beziehung und Faszination zur Wüste Namib, in der auch der Kuiseb als Trockenfluss liegt. Vor allem die Widersprüchlichkeiten des Landes und der Wüste haben Imke Rust schon seit ihrer Jugend beschäftigt. Ihre Malereien zeigen kein gewöhnliches Wüstenbild. Vielmehr drückt sie mit ihrer eigenwilligen Bildsprache, Farbgebung und Technik eine Vielfalt an inneren Eindrücken und Gefühlen darüber aus, was Wüste für sie bedeutet.
Beim ersten Eindruck einer Wüste denkt man schnell, hier sei ja nichts außer Sand. Nach genauerem Hinschauen entdeckt man vieles mehr: Leben, Schönheit, Mythen. Aber auch den wundersamen Tanz mit dem Tod. Imke Rust gibt einen Einblick in die Abgründe der Wüste und die der menschlichen Seele. Ihre Bilder laden dazu ein, die tieferen und größeren Zusammenhänge, die in den Sedimentlagen unter der Oberfläche versteckt sind, in unser Bewusstsein zu bringen.
„Durch Gier und Machtanspruch spielt der Mensch in dem sehr sensiblen Ökosystem Wüste eine schwerwiegende und oft besorgniserregende Rolle. Aber auch wenn wir mit allen Mitteln versuchen, die Wüste zu beherrschen, stoßen wir dabei immer wieder auf unsere eigenen Grenzen. Wir werden uns unserer Schattenseiten, unserer Vergänglichkeit bewusst – spüren, dass wir nur ein weiteres, kleines Korn in einer großen Wüste sind.“ (Imke Rust)

Das Ausstellungsprojekt wird von der Senatskanzlei Berlin im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Windhoek gefördert.