September 2016

Simone Zewnik // HOMO: IMAGINES ET SCULPTURAE

02.09.2016 — 25.09.2016

Simone Zewnik ist eine Autodidaktin und ist über die Fotografie zur Bildhauerei gekommen. Das Thema aller ihrer Arbeiten ist der Mensch. Ihre Skulpturen zeigen Menschen als Individuen und in der Interaktion mit anderen. Sie erinnern durch ihre mit Heftnähten zusammengefügten, grob zusammengenähten Oberflächen aus konservierter Schweinehaut und die absichtlich nicht-naturalistische Ausführung an alte Vorstellungen von künstlich erzeugten Menschen, den Homunkuli. Diese bevölkern, wie in der biblischen Schöpfungsgeschichte und dem Spätmittelalter, seit je her die Fantasie der Menschen.

Zewniks inszenierte Schwarz-Weiss-Fotografien zeigen schonungslos und schamlos ausschließlich ihre eigene nackte Körperlichkeit in surreal anmutender schmerzender Bildsprache: Ein im Wald stehender Glaskasten mit eingesperrtem Körper, Nacktheit auf Krücken, moosbepflanzte Körper auf Baumstämmen, in den Mund gesteckte Staubsauger, gequälte Haltungen, am Ast hängende Nackte und vom Erdreich aufgefressene Körper. Die Frau auf den Fotos von Zewnik bricht aus allen Konventionen aus. Sie ist mit sich allein, liefert sich aus und teilt das Empfinden physischer und psychischer Verletzung mit. Sie stellt ihre körperliche Wahrnehmung offen zur Schau und vermag den Betrachter im Spannungsfeld konstruierter Künstlichkeit und archaisch mystischer Zeichensprache zu verführen und zu irritieren.

Simone Zewnik lebt und arbeitet im Harz. Ihre Arbeiten wurden in verschiedenen internationalen Galerien und Museen ausgestellt.